Die schwarzen Musketiere

Oliver Pötzsch

Die schwarzen Musketiere

Das Schwert der Macht

Lukas und seine drei Freunde wollen nur eines – die zerstörte Burg Lohenstein soweit aufbauen, dass sie darin gut über den kalten Winter kommen könenn. Doch da taucht der Sterndeuter Senno auf und hat beunruhigende Neuigkeiten für die vier Kampfgenossen: Ihr alter Widersacher, der Inquisitor Waldemar von Schönborn, habe die legendären Reichsinsignien, die für die Krönung eines Deutschen Kaisers unerlässlich sind, in seinen Besitz gebracht… mehr

Historisches Jugendbuch ab 12 Jahren • Gebunden • 320 Seiten
ISBN 9783845814285 • Erscheinungstermin: 19.09.2016 • bloomoon / arsEdition

 

zum Buch

 

Inhaltsangabe

Lukas und seine drei Freunde wollen nur eines – die zerstörte Burg Lohenstein soweit aufbauen, dass sie darin gut über den kalten Winter kommen könenn. Doch da taucht der Sterndeuter Senno auf und hat beunruhigende Neuigkeiten für die vier Kampfgenossen: Ihr alter Widersacher, der Inquisitor Waldemar von Schönborn, habe die legendären Reichsinsignien, die für die Krönung eines Deutschen Kaisers unerlässlich sind, in seinen Besitz gebracht. Senno befürchtet nun, dass Waldemar von Schönborn mithilfe von Schwert, Krone und Zepter das Reich erpressen will. Die wertvollen Gegenstände habe der Inquisitor an drei verschiedenen Orten in der alten Kaiserstadt Prag versteckt.

Lukas, Giovanni, Jerome und Paulus zögern keine Sekunde und machen sich auf den Weg nach Prag. Doch das Abenteuer, das sie dort erwartet, stellt ihren Mut und ihre Freundschaft auf eine harte Probe …

Leseprobe

8. Juli Anno Domini 1633, nahe Hameln im Deutschen Reich, mitten im Dreißigjährigen Krieg

Graf Leopold von Torgau starrte auf das Fechten, Hauen und Stechen rings um ihn – und im gleichen Moment wusste er, dass die Schlacht verloren war.
Männer keuchten und schrien in Todesangst, nicht weit entfernt donnerte eine Zwanzigpfund-Kanone und die Erde erzitterte. Nur kurz darauf spritzten Lehmbrocken empor und regneten auf die letzten noch unversehrten Zelte des kaiserlichen Heerlagers hernieder.
Torgaus Streitross wieherte, es bäumte sich auf, während eine weitere Kanonenkugel nur einige Schritte entfernt einschlug. Der Krach war so gewaltig, dass Torgau kurz glaubte, taub zu werden. Nur für einen winzigen Augenblick verlor er den Halt, die Zügel entglitten ihm und er stürzte zu Boden. Während sein Pferd das Weite suchte, kroch er in einen der verlassenen Schützengräben, wo er sofort knietief im Schlamm steckte. Er schlug ein Kreuz und betete lautlos.
O gütiger Herrgott, steh mir bei! Lass diesen Albtraum vorübergehen …
Der altgediente, mit zahlreichen Orden ausgezeichnete Offizier hatte bereits an vielen anderen Orten dieses deutschen Krieges gekämpft. Er war beileibe kein Angsthase, sondern ein Schwarz Musketier, ein Soldat aus der legendären Elitetruppe des Feldherrn Wallenstein. Herzog Albrecht von Wallenstein war der wichtigste General des Kaisers – und die Schwarzen Musketiere galten als die besten Söldner, die man im ganzen Reich finden konnte. Doch diese Schlacht war die blutigste und grausamste, die Torgau bislang erlebt hatte. Und so langsam glaubte auch er, dass der Teufel selbst seine Hand im Spiel hatte. Wie sonst hätte es sein können, dass alle seine Männer verletzt, tot oder geflohen waren?
Dass ihre Mission drohte fehlzuschlagen?
Seit vielen Jahren kämpften nun schon im Deutschen Reich Katholiken gegen Protestanten, kaiserliche Truppen gegen Soldaten der Fürsten, ja sogar Schweden, Dänen und Sachsen gegen Bayern und Spanier … Der Krieg nahm kein Ende und jeder wollte so viel Beute wie möglich machen.