Die schwarzen Musketiere

Oliver Pötzsch

Die schwarzen Musketiere

Band 1 – Das Buch der Nacht

Fechten, Reiten, auf die Jagd gehen – das Leben des jugendlichen Grafensohns Lukas ist wie ein großes Abenteuer. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Inquisitor Waldemar von Schönborn lässt Lukas‘ Mutter verhaften, um sie als Hexe zu verhören – und Lukas‘ Vater stirbt beim Versuch, sie zu befreien. Lukas selbst flüchtet, doch seine kleine Schwester Elsa gerät in die Gewalt des Inquisitors… mehr

Historisches Jugendbuch ab 12 Jahren • Gebunden • 320 Seiten
ISBN 9783845805030 • Erscheinungstermin: 03.09.2015 • bloomoon / arsEdition

 

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Inhaltsangabe

Fechten, Reiten, auf die Jagd gehen – das Leben des jugendlichen Grafensohns Lukas ist wie ein großes Abenteuer. Doch von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Der Inquisitor Waldemar von Schönborn lässt Lukas‘ Mutter verhaften, um sie als Hexe zu verhören – und Lukas‘ Vater stirbt beim Versuch, sie zu befreien. Lukas selbst flüchtet, doch seine kleine Schwester Elsa gerät in die Gewalt des Inquisitors.

Mittellos und auf sich allein gestellt ist Lukas nur von einem Gedanken getrieben: Er muss Schönborn finden und Elsa befreien! Doch der Inquisitor ist mächtig und sein Einfluss reicht weiter, als Lukas sich das vorzustellen vermag.

Gegen einen derart übermächtigen Gegner hätte Lukas keine Chance – doch zum Glück hat er ein großes Talent: Er ist ein begnadeter Degenkämpfer. Und er findet echte Freunde; mit Jerome, Paulus und dem schlauen Giovanni an seiner Seite wagt er sich in das größte Abenteuer seines Lebens …

Leseprobe

8. November, im Jahre des Herrn 1620, nahe Prag in Böhmen

Als die Tür der Kirche krachend aufflog, wusste die alte Nonne, dass der Tod gekommen war, um sie zu holen.
Durch die zersplitterten Fenster drang Schlachtenlärm herein – das ohrenbetäubende Krachen der Musketen und Kanonen, das Wiehern verängstigter Pferde, die Schreie sterbender Männer. Vieler sterbender Männer.
Die Schlacht am Weißen Berg dauerte nun schon über eine Stunde. Das Heer der böhmischen Rebellen hatte sich oben auf dem vermeintlich uneinnehmbaren Hügel verschanzt. Doch die kaiserlichen Soldaten stürmten wie die Berserker gegen den Berg an und ihr vielstimmiger Kampfruf »Santa Maria« war bis ins nahe gelegene Prag zu hören. Fast dreißigtausend Landsknechte führte der legendäre Feldherr Tilly gegen die Aufständischen, die sich gegen den Deutschen Kaiser gewendet und ihren eigenen neuen König gewählt hatten. Mit Piken, Lanzen und Säbeln wehrten sie sich tapfer und wurden doch einer nach dem anderen niedergemacht.
An dem zerkratzten Brustpanzer und dem schief ins unrasierte Gesicht hängenden Helm erkannte die alte Nonne, dass der Mann, der nun grinsend auf sie zukam, ein spanischer Söldner war, der im Dienst der kaiserlichen Truppen stand. Er ließ den Säbel durch die Luft zischen, in seinen Augen glitzerte Mordlust.
»Wo ist es?«, zischte er, während er die Waffe in einer plötzlichen Bewegung nach vorne schnellen ließ und erst knapp vor der Kehle der alten Frau abrupt innehielt. »Wo ist was?«, erwiderte die Nonne mit ruhiger Stimme.
Als Äbtissin des ältesten Klosters in ganz Böhmen war die hochwürdige Mutter Agathe ebenso weise wie tapfer. Selbstverständlich wusste sie, was der Mann von ihr wollte. Immer wieder hatte es Versuche gegeben, ihr den mächtigen Gegenstand zu entwenden. Doch das Kloster Sankt Georg gleich neben der Prager Burg war bislang ein zu sicherer, zu gut bewachter Ort für jeden Dieb gewesen. Leider waren diese Zeiten nun vorbei, jetzt herrschten Chaos und Krieg in Böhmen.