eBook: Die Henkerstochter und der König der Bettler

Oliver Pötzsch

Die Henkerstochter und der König der Bettler

(Die Henkerstochter-Saga 3)

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.
Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker… mehr

Historischer Roman • eBook • 592 Seiten
ISBN 9783548920214 • Erscheinungstermin: 11.08.2010 • Ullstein Verlag

 

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Inhaltsangabe

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.
Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker. Nun drohen ihm, dem Henker, selbst Folter und Hinrichtung. Fieberhaft suchen seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser nach dem wahren Täter und stoßen dabei auf ein Komplott, bei dem die Zukunft des Kaiserreichs auf dem Spiel steht.

Leseprobe

Im Donaudurchbruch hinter Weltenburg,den 13. August anno domini 1662, 25 Jahre später …

Die Woge erwischte Jakob Kuisl von vorne und spülte ihn wie ein Stück Treibholz von der Bank.
Der Henker schlitterte über die rutschigen Balken, griff wild um sich auf der Suche nach irgendeinem Halt, bis er plötzlich spürte, wie seine Füße in die gurgelnden Strudel des Flusses tauchten. Langsam, aber unerbittlich zog ihn sein eigenes Gewicht von fast zwei Zentnern ins kalte Wasser. Seine Fingernägel schabten über die Planken, ganz aus der Nähe konnte er wie durch eine Wand hindurch aufgeregte Schreie vernehmen. Endlich bekam er mit der rechten Hand einen ins Holz geschlagenen Zimmermannsnagel zu fassen. Kuisl hievte sich daran hoch, als ein weiterer Körper an ihm vorbei auf den Fluss zurutschte. Mit seiner freien Hand griff er danach und erwischte einen etwa zehnjährigen Jungen am Kragen, der wild zappelte und nach Luft japste. Der Henker schob ihn zurück in die Mitte des Floßes, wo ein erleichterter Vater den Knaben in die Arme schloss.
Keuchend kroch Jakob Kuisl hinterher und nahm wieder auf der Bank vorne am Bug Platz. Sein Leinenhemd und der Lederkoller klebten ihm am Oberkörper, Wasser rann über Gesicht, Bart und Augenbrauen. Als er den Blick nach vorne richtete, erkannte er, dass ihnen das Schlimmste noch bevorstand. Zu ihrer Linken ragte eine gewaltige, bestimmt vierzig Schritt hohe Wand auf, der die Reisenden nun hilflos entgegentrudelten. Hier, in der Weltenburger Enge, war die Donau so schmal wie fast nirgendwo sonst. Ein vor allem bei Hochwasser brodelnder Hexenkessel, der schon so manchen Flößer das Leben gekostet hatte.
»Bei Gott, festhalten! Haltet’s euch fest, um Himmels willen!« Der vordere Steuermann stemmte sich gegen das Ruder, als das Floß in einen weiteren Strudel tauchte. Muskelstränge traten an seinen Armen hervor wie knorrige
Wurzeln, doch die lange Stange in seinen Händen bewegte sich keinen Zentimeter.

Pressestimmen

„Die historisch authentischen Details bilden die Würze in seiner phantasiereichen, stringent konstruierten Kriminalgeschichte.“ (Süddeutsche Zeitung, 30.10.2014)