eBook: Die Henkerstochter

Oliver Pötzsch

Die Henkerstocher

(Die Henkerstochter Saga 1)

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes… mehr

Historischer Roman • eBook • 512 Seiten
ISBN 9783548920672 • Erscheinungstermin: 08.09.2010 • Ullstein Verlag

 

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Inhaltsangabe

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

Leseprobe

Der Schreiber ließ sich in einen der Stühle fallen und wartete, bis Jakob Kuisl auch für die übrigen Anwesenden eine Sitzgelegenheit geschaffen hatte. Mit seinen beiden Pranken von Händen wuchtete der Henker einen schweren Eichentisch hoch und ließ ihn vor Lechner auf den Boden krachen. Der Schreiber maß ihn mit einem weiteren strafenden Blick, dann zückte er Tintenfass und Feder und breitete eine Rolle Pergament vor sich aus.
»Wir wollen beginnen.«
Die Zeugen hatten in der Zwischenzeit Platz genommen. Martha Stechlin drückte sich an die gegenüberliegende Wand, als suchte sie ein Mauseloch, durch das sie entwischen könnte.
»Sie soll sich ausziehen«, sagte Johann Lechner.
Jakob Kuisl sah ihn verwundert an.
»Aber, Ihr wolltet doch erst … «
»Ich sagte, sie soll sich ausziehen. Wir wollen sie auf Hexenmale untersuchen. Wenn wir welche finden, dann ist ihre Schuld erwiesen, und die Befragung wird umso schneller vonstattengehen.« Zwei Büttel gingen auf die Hebamme zu, die sich mit verschränkten Armen in eine Ecke gehockt hatte. Der Bäcker Michael Berchtholdt leckte sich die dünnen Lippen. Er würde heute noch zu seinem Schauspiel kommen.
Jakob Kuisl fluchte innerlich. Damit hatte er nicht gerechnet. Das Untersuchen auf Hexenmale war ein oft angewandtes Mittel bei der Hexenjagd. Waren am Körper der Verdächtigen merkwürdig geformte Muttermale zu sehen, deutete das auf ein Zeichen des Teufels hin. Oft machte der Henker dann noch die Nadelprobe, bei der er der vermeintlichen Hexe in das verdächtige Muttermal stach. Kam kein Blut, war sie mit Sicherheit eine Hexe. Kuisl wusste von seinem Großvater, dass dieser Mittel und Wege gekannt hatte, Blutungen bei der Nadelprobe zu verhindern. So war der Prozess schneller zu Ende, und der Henker kam schneller an sein Geld …

Pressestimmen

„Das spannende Porträt eines verrufenen, geheimnisvollen Berufsstandes.“ (Münchner Merkur, 04.04.2008)