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Uraufführung nach dem Bestseller von Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

Uraufführung nach dem Weltbestseller von Oliver Pötzsch des Theatervereins Treibhaus e.V. im Rahmen des Schongaues Sommers

Text von Maximilian Geiger

Datum: 19. Juli – 21. Juli 2019

25. Juli -28. Juli 2019

1. August – 3. August 2019

Ort: Historischer Markt, Lechuferstr. 4, 86956 Schongau

Beginn: 20 Uhr – 23 Uhr (inklusive 30 Minuten Pause)

Einlass: 18.30 Uhr

Eintritt: Im Vorverkauf 32 €, an der Abendkasse 35 €

Weitere Infos zu den Theateraufführungen und Kartenvorverkauf online unter Theaterverein Treibhaus

Weitere Vorverkaufsstellen: Schongau: Blaue Traube, Bücher Galerie, Reisebüro Enzian Reisen, Kreisbote

Peiting: Buchhandlung am Bach

Lechbruck: Buchhandlung am Lech

 

Der Spielmann: Interview

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Geschichte um den historischen Faust zu schreiben?
Seit meiner Jugend bin ich Faust-Fan, wie vermutlich viele andere. Umso mehr hat es mich gewundert, dass noch niemand einen Roman über die historische Figur des Johann Georg Faustus geschrieben hat. Immerhin hat er ja wirklich gelebt. Ein fahrender Astrologe, Zauberer und Quacksalber — und das an der Grenze zwischen Mittelalter und Renaissance — was für eine tolle Romanfigur!

Hat Ihre Henkerstochter-Saga Sie beim Schreiben beeinflusst?
Ein paar düstere Elemente sind sicher eingeflossen, aber im Grunde war ich ganz froh, mal was anderes zu schreiben. Die Scharfrichter-Familie Kuisl, die ja meine Ahnen sind, und ich – wir brauchen einfach mal eine Pause voneinander. Da geht es uns wie den meisten Familien.

Wer ist Ihre Lieblingsfigur in Der Spielmann und warum?
Sicher Faust selbst. Dieses Faustisch-Grüblerische, nie Zufriedene, das man den Deutschen ja allgemein nachsagt, ist ein  wesentlicher Charakterzug von mir. Fragen Sie meine Frau, die hat gelegentlich darunter zu leiden …

Worauf darf man sich im zweiten Teil freuen?
Ich will noch nicht zu viel verraten, aber Fausts Reise ist sicher noch nicht zu Ende. Wenn man den historischen Quellen glaubt, hat er sich ja bei einem alchimistischen  Experiment in Staufen im Breisgau in die Luft gejagt. Inwieweit der Teufel da seine Hände mit im Spiel hatte, und ob Faust wirklich starb …
Wer weiß? Wer einen Pakt mit dem Teufel schließt, muss mit allem rechnen.

Der Spielmann – Hintergrund

Dieses Buch verdanken meine Leser einem Zufall. Vor einigen Jahren war ich auf Lesereise in der Gegend von Karlsruhe, als just mal wieder die Lokführer streikten. Ich saß in einer kleinen Stadt namens Bretten fest und kam nicht mehr heim. Sämtliche Mietautos Deutschlands befanden sich bereits in den Händen gewiefter Geschäftsreisender, die wohl schon früher als ich den Braten gerochen hatten. Auch alle Busse waren bereits ausgebucht.
Also machte ich aus der Not eine Tugend. Ich verlängerte meinen Hotelaufenthalt, lieh mir ein Fahrrad aus und erkundete den schönen Kraichgau. Auf diese Weise kam ich in einen winzigen Ort namens Knittlingen. Es gab dort eine alte Steinkirche, einen winzigen Kirchplatz, der den Namen ‚Platz‘ eigentlich nicht verdient, und daneben ein Haus, auf dem eine Plakette angebracht war. Darauf stand: Geburtshaus von Dr. Johannes Faust, 1480 bis

1540 Verwundert stieg ich vom Fahrrad ab und trat näher. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer gedacht, dass Faust nur eine Sagengestalt war. Sollte es ihn wirklich gegeben haben? Neben Fausts Geburtshaus befand sich ein klei nes Museum, das glücklicherweise offen hatte. Ich ging hinein und lernte dort einen Quacksalber, Astrologen, Wahrsager, Alchimisten, Scharlatan, weisen Doktor und listigen Beschwörer kennen, der um das Jahr 1500 gelebt und nach seinem Tod bei einem alchimistischen Experiment eine erstaunliche internationale Karriere gemacht hatte — und das, obwohl es nur eine Handvoll Quellen über ihn gibt.
In diesem Moment wusste ich, dass ich einen Roman über diese deutscheste aller Sagengestalten schreiben würde.
Seitdem bin ich Faust durch ganz Deutschland und darüber hinaus gefolgt. Ich besuchte die Orte, an denen er Spuren hinterlassen hatte, ver tiefte mich in das Lehrwesen der alten Heidelberger Universität und reiste über die Alpenpässe bis nach Venedig. Um das Tempo der damaligen Zeit nachzuempfinden, war ich oft mit dem E-Bike unterwegs. Das gab mir die Möglichkeit, vormittags eine gehörige Strecke zurückzulegen und nachmittags meine Rechercheergebnisse zusammenzufassen. Auf diese Weise bin ich bislang einige hundert Kilometer gefahren, und es werden sicher noch viel mehr werden. Faust war eben ein Reisender …

Geschrieben habe ich dieses Buch zum größten Teil am Ammersee in einem Schäferwagen, den mir ein Schreiner aus der Schwäbischen Alb nach meinen Vorstellungen gebaut hat. Mit alten Fenstern und Speichenrädern, ganz aus Holz, nur beim Ofen habe ich mich für Gas statt Kohle entschieden. (Faust hätte es vermutlich genauso gemacht, er war seiner Zeit ja schon damals voraus.) Auf diese Weise überkam mich gelegentlich das Gefühl, mit Faust und seinem Lehrmeister Tonio in dessen Gauklerwagen über die alten Poststraßen des Reichs zu rumpeln, immer unterwegs, ohne festes Ziel — begleitet von schrecklichen Kreuzschmerzen.

Nun, zumindest eines weiß ich jetzt, nach all den Monaten bei Schnee, Regen, Hagel und Sonnenschein in meinem winzigen, zugigen, und trotzdem sehr kuschligen Schäferwagen: So ein moderner Caravan-Camper mit Klimaanlage, Chemie-Klo und vier Kochplatten birgt durchaus gewisse Vorteile. Fausts Geist hätte ich jedoch darin nie gefunden.

Radtour Pfaffenwinkel

Radtour Pfaffenwinkel

Weil ich immer wieder gefragt werde, wie man meine Henkerstochter-Romane nun am besten mit dem Fahrrad erkundet – hier die Pfaffenwinkel-Radtour, die ich mit meinen zwei besten Freunden vergangenen Mai gemacht habe. Sie benötigen dafür zwei bis drei Tage, Kulturbummel eingeschlossen. Steigungen befinden sich an der Ilkahöhe, vor Wessobrunn und vor der Wieskirche. Ansonsten verläuft die Strecke relativ eben. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Bauernhöfen und kleinen Pensionen. Näheres weiß der Tourismusverband Pfaffenwinkel unter www.pfaffenwinkel.de

Die nötigen Hintergrundinformationen für diese Radtour stehen im Anhang von „Die Henkerstochter und der schwarze Mönch“. Am besten ist es natürlich, wenn Sie meine Bücher erst lesen und sich dann auf Entdeckungsreise begeben.

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